Rütlischiessen - gelebte Tradition seit über 150 Jahren

Das Rütlischiessen - das ist seit über 150 Jahren mit Herzblut gelebte Schützentradition. Der Termin ist jeweils am Mittwoch vor Martini. Geschossen wird kniend auf eine Distanz von rund 260m. Das Programm auf die B5-Scheibe wird kommandiert und besteht aus einer 3er-Serie, sowie zwei 6er-Serien.

Da das Rütlischiessen zudem ein Inbegriff für Kameradschaft ist, reisen wir Sportschützen schon am Vortag mit dem Zug an. Wobei schon gleich beim Start die Jasskarten gezückt und die ersten Weinflaschen geöffnet werden. Schliesslich soll die Zugreise nach Brunnen so angenehm wie möglich gestaltet werden…

Am Zielort angekommen bezogen wir sogleich die Zimmer im Hotel Rosengarten. Natürlich nur um das Gepäck zu deponieren. Denn nach dem Nachtessen ging es auf Tour - Empfang der Gemeinde Ingenbohl, dann zur Chäs-Teilet, anschliessend zum Mehlsuppen-
Ausschank der örtlichen Feuerwehr und abschliessend in die Brunnerhofbar. Wobei die letzten Nachtschwärmer auf dem Heimweg noch ein Rencontre mit der (über)motivierten Polizei hatten. Nun wissen wir, dass auch nicht abgeschlossene Velos nicht für die Heimfahrt "ausgelehnt" werden dürfen…

Nichtsdestotrotz klingelte schon früh der Wecker - auf geht's aufs Rütli! Um 9 Uhr folgten wir der ehrenvollen Einladung der Berner Stadtschützen in ihr "Berner Zelt", wo wir uns während einer Viertelstunde die Bäuche vollschlagen durften und mit unterhaltsam vorgetragenen Witzen zum Lachen gebracht wurden. Allerdings bieten nicht nur die Berner, sondern auch diverse andere Sektionen Köstlichkeiten aus ihrer Region an, wie Glarner Zigerbrötli, Tessiner Maroni, Zuger Kirschtorte, Kaffee mit Innerschweizer Eigenbrand oder sogar kanadischer Lachs und Whiskey (vom Auslandschweizer-Schützenverein Vancouver B.C).

Ach ja, geschossen haben wir selbstverständlich auch. Um 11 Uhr in der 14. Ablösung. Bei optimalen Bedingungen absolvierten wir das kommandierte Programm und warteten zwischen den Serien gespannt auf die handgezeigten Resultate. Diese fielen im Vergleich zu andern Jahren positiv aus. Silvio Rusch erzielte mit 74 Punkten das Höchstresultat der 8-köpfigen Sektion. Bechergewinner - und somit neuer Fahnenträger - wurde unser Jungschützenleiter Dani Fuhrer mit 71 Zählern. Mit einem Durchschnitt von 66.5 Punkten erreichten wir den guten 15. Rang (von 52 Gast-Sektionen).

Nach dem Schiessen frönten wir wieder der Kameradschaft mit den Schützenkameraden von verschiedensten Regionen der Schweiz, bis um 15 Uhr zum Absenden gerufen wurde. Nebst einer Festansprache durfte auch unsere Nationalhymne nicht fehlen. Im Gegensatz zu unserer Fussballnati selbstverständlich inbrünstig gesungen...

Ein wohl einmaliger und äusserst friedlicher Anlass, welcher für alle Beteiligten stets ein unvergessliches Erlebnis ist.

Das Rütlischiessen - tatsächlich gelebte Tradition, welche hoffentlich noch lange bestehen bleibt!